Marx: Ausgangssperre wäre für Kirche „sehr schmerzhaft“

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat verhalten auf das Drängen der bayerischen Staatsregierung reagiert, die Christmetten an Heiligabend vorzuverlegen.
München – Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat verhalten auf das Drängen der bayerischen Staatsregierung reagiert, die Christmetten an Heiligabend vorzuverlegen. "Wir sind bisher davon ausgegangen, dass die Weihnachtsgottesdienste von der Ausgangssperre ausgenommen sind und unter den Bedingungen der erarbeiteten strikten Infektionsschutzkonzepte mit Anmeldeverfahren für die Teilnahme wie geplant stattfinden können", erklärte Marx am Montagabend auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Von der Ankündigung, dass die Ausgangssperre ab 21 Uhr auch für den Besuch der Christmetten gelten solle, sei man überrascht worden.

– Foto: flyupmike/Pixabay

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat verhalten auf das Drängen der bayerischen Staatsregierung reagiert, die Christmetten an Heiligabend vorzuverlegen. „Wir sind bisher davon ausgegangen, dass die Weihnachtsgottesdienste von der Ausgangssperre ausgenommen sind und unter den Bedingungen der erarbeiteten strikten Infektionsschutzkonzepte mit Anmeldeverfahren für die Teilnahme wie geplant stattfinden können“, erklärte Marx am Montagabend auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Von der Ankündigung, dass die Ausgangssperre ab 21 Uhr auch für den Besuch der Christmetten gelten solle, sei man überrascht worden.

Immerhin stellten die Metten die zentralen gottesdienstlichen Feiern des Weihnachtsfestes dar und zählten damit zum Kern der Religionsausübung, so der Erzbischof von München und Freising. „Wir haben unseren Wunsch immer deutlich zum Ausdruck gebracht, dass der Besuch der Christmetten unter Einhaltung unserer strengen Schutzmaßnahmen möglich gemacht werden sollte, und hoffen, dass die laufenden Gespräche und Beratungen im Landtag noch zu dem Ergebnis führen werden.“ Die Ausgangssperre ab 21 Uhr am Heiligen Abend „wäre für uns sehr schmerzhaft“.

Gespräche mit Kirchen

Medienberichten zufolge hatte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Montag in München nach einer Sitzung des Kabinetts darauf gedrängt, die Christmetten früher stattfinden zu lassen. Dann könnten die Gottesdienstbesucher bis 21 Uhr wieder daheim sein. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wolle nun das Gespräch mit den Kirchen suchen, hieß es. Er gehe von Verständnis aus, denn: „Das Virus richtet sich nicht nach dem Kirchenjahr, nicht nach dem Gottesdienstkalender“, wurde Herrmann vom Bayerischen Rundfunk zitiert.

Im Freistaat gilt coronabedingt von 21 bis 5 Uhr eine Ausgangssperre. Bisher hatte es geheißen, Besucher von Christmetten sollten davon ausgenommen sein. Die zehnte Novelle der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 8. Dezember sieht bei der nächstlichen Ausgangssperre noch eine Ausnahme für die Teilnahme an Gottesdiensten im Zeitraum vom 24. bis 26. Dezember 2020 vor.

kna
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