Genn erhält Bildband über Reise eines Steins zum Papst

Münster. Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat ein Buch über die Reise eines 800 Kilo schweren Mühlsteins – ein Symbol gegen Gewalt an Kindern – entgegengenommen. „Gewalt und Missbrauch hängen an den Betroffenen oft ihr Leben lang wie ein tonnenschwerer Mühlstein“, sagte Genn am Dienstag in Münster. „Wenn wir das Thema der sexualisieren Gewalt unabhängig und wissenschaftlich aufarbeiten lassen, dürfen wir nicht vergessen, dass hinter jedem sogenannten ‚Fall‘ konkrete Menschen stehen.“

Bischof Felix Genn (Foto: pbm)

Die Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen aus dem rheinland-pfälzischen Siershahn zeigte den Mühlstein seit 2008 in zahlreichen deutschen Städten. Im Dezember 2019 übergaben ihn Vertreter an Papst Franziskus. Der Mühlstein solle Erwachsene an ihre Verantwortung gegenüber den ihnen anvertrauten Kindern erinnern, so die Initiative. Auf dem Denkmal eingraviert steht eine Passage aus dem Matthäusevangelium: „Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ Das Bistum hat laut Angaben weitere Exemplare des Bildbandes erworben. Er dokumentiert die Reise des Mühlsteins mit Fotos und Redebeiträgen. Ende September 2018 war er auch in Münster aufgestellt.

kna
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