Feige: Vatikan fürchtet Reformen

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Die Reformdebatte der katholischen Kirche in Deutschland löst laut Bischof Gerhard Feige im Vatikan starke Ängste aus. 
Der deutsche katholische Ökumene-Bischof Gerhard Feige sieht derzeit keine Chance auf echte Gespräche mit der russischen Orthodoxie.

Bischof Feige (Foto: Bistum Magdeburg)

Köln/Dresden. Die Reformdebatte der katholischen Kirche in Deutschland löst nach Einschätzung des Magdeburger Bischofs Gerhard Feige im Vatikan starke Ängste aus. „Ich habe den Eindruck, dass manche einen Synodalen Rat so fürchten wie der Teufel das Weihwasser“, sagte Feige am Donnerstag in einem Interview mit dem Kölner domradio.de.

Der Vatikan-Botschafter, Erzbischof Nikola Eterovic, hatte auf der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Dresden der Idee von Synodalen Räten eine grundsätzliche Absage erteilt und die deutschen Bischöfe zur Einheit mit Rom aufgerufen. Im Rahmen des Reformprozesses ist geplant, solche Räte als gemeinsame Leitungsorgane von Geistlichen und Laien einzuführen.

Feige: „Bin offen für Überlegungen“

Feige erklärte, er sei diesbezüglich weiterhin offen für Überlegungen. „Was stellt man sich überhaupt unter solch einem Synodalen Rat vor? Welche Kompetenzen hat er? Welche rechtlichen Grundlagen? Wie ist das Verhältnis des Bischofs zu diesem Rat? Das muss ja alles erst noch erkundet werden. Und von daher meine ich, dass wir durchaus weiter überlegen sollen, wie die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die es bei uns bereits gibt, noch weiterentwickelt und zukunftsfähiger gemacht werden kann“, betonte der Bischof.

Er hob die Notwendigkeit zu Veränderungen der Kirche in Ost- wie Westdeutschland hervor. Es brauche „unbedingt Reformen, das Anliegen brennt auch in unseren Gebeten. Und es sind große Erwartungen an den Synodalen Weg, und ich hoffe, dass wir vorankommen“.

„Mit ganz wenigen Mitteln etwas gestalten“

Zudem erklärte der Bischof, er würde seine westdeutschen Amtsbrüder gerne praktisch mit der Situation in der ostdeutschen Diaspora konfrontieren: „Die Bischöfe einfach mal auszusetzen, nicht zu einer besonderen Sache einzuladen. Und dann können sie Erfahrungen machen, wie es ist, in einer solchen Situation mit ganz wenigen Mitteln, ganz wenigen Möglichkeiten, etwas zu gestalten.“

Zwar sei das Bistum Magdeburg mit Blick auf die Fläche das viertgrößte bundesweit, habe aber nur 76.000 Katholikinnen und Katholiken. In der Kirchenverwaltung habe er nur 40 Mitarbeitende, während es im Erzbistum München und Freising etwa 1.000 seien. Trotzdem müsse das Bistum Magdeburg die gleichen kirchlichen Grundaufgaben erfüllen wie die anderen Bistümer. Dies sei angesichts begrenzter finanzieller Möglichkeiten eine enorme Herausforderung, betonte der Bischof.

kna