Tauer um Prälat Albert Kaußen

Nach langer schwerer Krankheit ist Prälat Albert Kaußen, langjähriger Präses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bistum Essen, am Mittwoch, 5. Juni, gestorben. Am Freitag wäre Kaußen 91 Jahre alt geworden. Zuletzt lebte er in einem Bottroper Seniorenzentrum.

Als Pfarrer arbeitete der 1953 geweihte Priester bis 1998 in insgesamt fünf Essener Gemeinden. Kaußens besonderes Anliegen war es, die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter in ihrer Arbeit für eine lebendige Nachfolge Christi zu ermutigen und zu stärken. Gleichzeitig bemühte er sich in seinen rund 20 Jahren als Diözesanpräses darum, die Verantwortung der KAB für Gesellschaft und Politik zu stärken. Mit großem Engagement setzte er sich zudem für die Seligsprechung von Nikolaus Groß ein und bemühte sich um eine starke Partnerschaft zwischen dem Erzbistum Kattowitz und dem Essener Bistum.

Rektor des B.M.V.-Klosters in Holsterhausen

Kaußen wurde am 7. Juni 1928 in Duisburg-Beeck geboren. Nach Heimkehr aus Kriegsgefangenschaft nahm er 1947 das Theologiestudium auf und wurde am 21. März 1953 im Paderborner Dom zum Priester geweiht. Anschließend war Kaußen fünf Jahre Vikar in Hattingen. Im November 1958 kam er als Kaplan in die Pfarrgemeinde St. Elisabeth in Essen-Schonnebeck und begann 1963 als Assistent seine Tätigkeit im Bischöflichen Generalvikariat des fünf Jahre zuvor gegründeten Bistums Essen. Im selben Jahr wurde er Rektor des Klosters der Congegratio Beatae Mariae Virginis (B.M.V.), Träger des bekannten Gymnasiums in Essen-Holsterhausen. Im Generalvikariat übernahm Kaußen zunächst die Abteilungsleitung für die Territorialplanung und wechselte später in die Jugendpastoral, die Gemeinsame Sozialarbeit der Konfessionen und in die Sozialpastoral.

Von 1980 bis 1996 war Kaußen Pfarrer in St. Barbara in Essen-Mitte, von 1983 bis 1998 außerdem stellvertretender Dechant des Dekanats Essen-Mitte und seit 1986 Diözesanpräses der KAB im Bistum Essen. 1989 ernannte ihn Kardinal Franz Hengsbach zum Postulator im Seligsprechungsprozess für den aus Hattingen-Niederwenigern stammenden und von den Nationalsozialisten ermordeten Bergarbeiter und christlichen Gewerkschafter Nikolaus Groß. Zudem ernannte Papst Johannes Paul II. Kaußen im selben Jahr zum „Kaplan seiner Heiligkeit“. Ab 1998 war Albert Kaußen als Seelsorger im Ruhestand in der Pfarrei St. Lambertus in Essen-Rellinghausen tätig. Seit 2015 lebte er in einem Altenheim in Bottrop.
„Als Bischof weiß ich mich dem Verstorbenen in besonderer Weise verbunden und danke ihm für seinen langjährigen und engagierten Dienst im Bistum Essen“, schreibt Bischof Franz-Josef Overbeck im Totenbrief für Albert Kaußen. Requiem und Beisetzung finden auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Familienkreis statt.

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