Zentralratspräsident: Nicht jeder mit Vorurteilen ist Rassist

Mit Blick auf Fälle von Rassismus und Rechtsextremismus in der Polizei wendet sich der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, gegen „falsch verstandenen Korpsgeist“. Jeder Polizist, der solche Missstände in den eigenen Reihen entdecke, könne nur ermuntert werden, sie offenzulegen, schreibt Schuster in der „Jüdischen Allgemeinen“ (Donnerstag). Das Gleiche gelte auch für die Bundeswehr.

Präsident Dr. Josef Schuster (Foto: Thomas Lohnes für Zentralrat der Juden)

„Institutionen, die durch ihre Struktur von Befehl und Gehorsam Menschen anziehen, die autoritäres Denken lieben, müssen besonders wachsam sein – auch deshalb, weil Rassisten und Rechtsextremisten nicht nur für Bürger gefährlich sind, die in ihr Feindbild passen“, warnte Schuster. „Sondern weil sie all ihren Kolleginnen und Kollegen schaden, die aufrichtig und gewissenhaft ihren Dienst verrichten.“ Schuster betonte zudem, dass jemand, der manchmal Vorurteile habe, nicht automatisch ein Rassist sei.

Nicht ohne Schutz der Polizei existieren

„Die jüdische Gemeinschaft weiß, wie sehr sie die Polizei braucht. Wir können ohne ihren Schutz in Deutschland nicht existieren“, so Schuster. Die aktuelle Debatte über Rassismus in der Polizei sei zwar wichtig und notwendig. „So wie sie geführt wird, kann sie jedoch mindestens so viel Schaden anrichten wie nutzen.“

kna