Wir sind Kirche: Kardinal Woelki sollte auf Gehalt verzichten

Die Initiative „Wir sind Kirche“ fordert den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki auf, während seiner Auszeit auf sein Bischofsgehalt zu verzichten.
Osnabrück/Köln – Die Initiative "Wir sind Kirche" fordert den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki auf, während seiner Auszeit auf sein Bischofsgehalt zu verzichten. "Kardinal Woelki sollte sich nicht schon wieder gegen berechtigte Kritik taub stellen", sagte der Sprecher der Organisation, Christian Weisner, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). "Nach dem Kommunikationsdesaster der vergangenen beiden Jahre wäre der Kardinal gut beraten, auf Gelder zu verzichten, selbst wenn diese ihm rechtlich zustehen sollten."

Kardinal Rainer Maria Woelki –Foto: © bilder-erzbistum-koeln.de/Reiner Diart

Die Initiative „Wir sind Kirche“ fordert den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki auf, während seiner Auszeit auf sein Bischofsgehalt zu verzichten. „Kardinal Woelki sollte sich nicht schon wieder gegen berechtigte Kritik taub stellen“, sagte der Sprecher der Organisation, Christian Weisner, der Neuen Osnabrücker Zeitung (Freitag). „Nach dem Kommunikationsdesaster der vergangenen beiden Jahre wäre der Kardinal gut beraten, auf Gelder zu verzichten, selbst wenn diese ihm rechtlich zustehen sollten.“

Erzbistum: Auszeit von Woelki kein Urlaub

Einen Teil der Bezüge Missbrauchsbetroffenen zu spenden, sei aber keine gute Idee. „Das werden diese eher als Hohn empfinden“, erklärte Weisner. Kürzlich war bekannt geworden, dass der Kölner Erzbischof sein Bruttogehalt in Höhe von 13.771 Euro weiter bezieht, obwohl er derzeit eine „geistliche Auszeit“ nimmt. Woelki sei weiterhin im Amt, begründete das Erzbistum Köln. Die Auszeit sei kein Urlaub. Der Bund der Steuerzahler hatte dies kritisiert. „Wenn Bezüge fortbezahlt werden, ohne dass die eigentliche Arbeit verrichtet wird, ist das nicht in Ordnung“ sagte Haushaltsexperte Markus Berkenkopf der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Donnerstagausgabe)

Die Situation werfe einmal mehr die grundsätzliche Frage nach der Bischofsbesoldung in Deutschland auf, so Weisner weiter. Diese werde wie auch andere Gehälter in der Kirche im Rahmen sogenannter Staatsleistungen, also vom Steuerzahler, übernommen. In diesem Zusammenhang müsse das Finanzgebaren des Erzbistums Köln hinterfragt werden.

„Große Fehler“ aber kein Verbrechen

Kardinal Woelki befindet sich derzeit in einer Auszeit bis zum Aschermittwoch. Im Erzbistum Köln hat vor allem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu einer Vertrauenskrise geführt. Papst Franziskus erklärte nach einer Untersuchung, Woelki habe „große Fehler“ in der Kommunikation gemacht, aber keine Verbrechen vertuschen wollen. Der Kardinal betonte, er wolle nach der Auszeit wieder seinen Dienst aufnehmen. Bis dahin leitet Weihbischof Rolf Steinhäuser Deutschlands mitgliederstärkste Diözese als sogenannter Apostolischer Administrator im Auftrag des Papstes.

Der Steuerzahlerbund NRW (BdSt) hat die Ankündigung des Erzbistums Köln, dass der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki auch während seiner mehrmonatigen Auszeit sein volles Monatsgehalt weiter erhalte, scharf kritisiert. Aus Sicht des Steuerzahlerbundes kommt die Auszeit ´ einer Freistellung gleich. „Diese sollte ohne Bezüge erfolgen, zumal die Bischofsgehälter aus Steuermitteln, also von der Allgemeinheit finanziert werden“, so Berkenkopf. Das Erzbistum Köln erklärte hingegen, dass der Kardinal weiterhin im Amt sei und es sich bei der „geistlichen Auszeit“ auch nicht um einen Urlaub handle, sondern sie dienstlichen Charakter habe.

Steuerzahlerbund: Es geht um den grundsätzlichen Vorgang der Weiterbezahlung.

Die Erzdiözese hatte zudem angekündigt, dass Woelki einen „erheblichen Teil“ der Bezüge in der Auszeit Betroffenen sexualisierter Gewalt spenden werde. Das lasse der Steuerzahlerbund jedoch nicht gelten, betonte Berkenkopf. „Es geht um den grundsätzlichen Vorgang der Weiterbezahlung. Bischöfe werden bezahlt wie hohe Regierungsbeamte. Wie diese haben sie eine Altersversorgung, von der ein Durchschnittsrentner nur träumen kann.“ Die Spenden seien eine freiwillige und individuelle Entscheidung, sagte der BdSt-Sprecher.

kna

 

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