Bildung, Zölibat und Rolle der Frau Themen bei Amazonas-Synode

Bei der Amazonas-Synode im Vatikan haben sich die Redner am Samstag unter anderem mit den Themen Bildung, Zölibat, Priestermangel und der Rolle von Frauen in der katholischen Kirche befasst. Zur Sprache kamen zudem erneut auch Umweltschutz, die Rechte Indigener sowie Wege zur Verbreitung des Glaubens in Amazonien und darüber hinaus. Besonders gewürdigt wurde die Arbeit von Ordensleuten in der Amazonas-Region. Thematisiert wurden auch Migration und Menschenhandel, interreligiöser Dialog und Ökumene sowie die Missionierung isolierter Völker, wie das vatikanische Presseamt in seinen Zusammenfassungen der Plenarsitzungen mitteilte.

(Foto: Pascal Ohlmann/pixabay)

Die Frage nach den „viri probati“ – einer Zulassung bewährter, verheirateter katholischer Männer zum Priesteramt – war demnach wiederholt Thema. Ein Redebeitrag schlug diesbezüglich örtlich und zeitlich begrenzte Probeläufe vor, um Erfahrungen zu sammeln. Andere sagten hingegen, da Priestermangel nicht nur in Amazonien ein Problem sei, stelle sich die Frage, warum nur dort Ausnahmen gelten sollten.

Mit Blick auf den Zölibat hieß es, gerade aufgrund ihrer Ehelosigkeit seien Priester häufig von indigenen Kulturen aufgenommen worden. Mit dem religiösen Zölibat könne ein „letztes Bollwerk“ unter dem Druck einer laizistischen Kultur fallen. Über den Wert des Zölibats müsse daher eingehend nachgedacht werden. Eine Lösung für den Priestermangel in Amazonien könne auch sein, mehr Priester aus anderen Regionen dorthin zu senden.

Beim Pressebriefing zur Synode ging es auch um einen möglichen Diakonat der Frau. Dazu sagte der brasilianische Diakon Francisco Andrade de Lima, Sekretär der Region Nord in der Brasilianischen Bischofskonferenz, die Amazonaskirche habe auch ein „weibliches Gesicht“. Seine Familie unterstütze sein Diakonat und er sehe keine Gründe, warum nicht auch Frauen zum Ständigen Diakonat zugelassen werden sollten. Im Plenum wurde den Berichten nach vorgeschlagen, der Rolle von Frauen in der Kirche und der Frage nach den „viri probati“ eigene Synoden zu widmen.

Mehrere Redner hoben zudem die Rolle der Bildung beim Thema Umweltschutz hervor. Es brauche Menschen, die „in der Lage sind, sich der Umwelt anzunehmen, im Namen der Solidarität, des gemeinschaftlichen Gewissens und einer ‚ökologischen Bürgerschaft'“, heißt es in der Vatikanmitteilung. Ein weiterer Beitrag verwies auf hohe Jugendarbeitslosigkeit und berichtete von „alarmierenden Situationen der Sklaverei auf Feldern wie in Städten“.

Nach dem Austausch in nach Sprachen geordneten Kleingruppen am Donnerstag und Freitag hatte die Synode am Samstag ihre Arbeit wieder im Plenum fortgesetzt. Dabei äußerten sich sowohl Synodenväter als auch sogenannte Auditoren (Hörer), darunter Männer und Frauen. Am Sonntag pausieren die Arbeiten der Bischofssynode; von Montag bis Dienstag geht es im Plenum weiter.

kna

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