Weihnachten: Debatte um Gottesdienste

Angesichts der Rekordzahlen bei Corona-Infektionen und Toten zeigt der oberste katholische Laienvertreter in Deutschland Verständnis für mögliche weitere Einschränkungen bei den Weihnachtsgottesdiensten.
Angesichts der Rekordzahlen bei Corona-Infektionen und Toten zeigt der oberste katholische Laienvertreter in Deutschland Verständnis für mögliche weitere Einschränkungen bei den Weihnachtsgottesdiensten. Ein generelles Verbot von Gottesdiensten hält Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), jedoch für nicht erforderlich: "Mit Abstandsgebot, Meldepflicht, Desinfektion und Rücksicht sind Gottesdienste geplant und möglich", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag).

Altarraum der Kirche St. Joseph in Duisburg (Symbolfoto: Stadtkirche Duisburg)

Angesichts der Rekordzahlen bei Corona-Infektionen und Toten zeigt der oberste katholische Laienvertreter in Deutschland Verständnis für mögliche weitere Einschränkungen bei den Weihnachtsgottesdiensten. Ein generelles Verbot von Gottesdiensten hält Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), jedoch für nicht erforderlich: „Mit Abstandsgebot, Meldepflicht, Desinfektion und Rücksicht sind Gottesdienste geplant und möglich“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag).

Am Sonntag beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über weitere Regelungen. Rufe nach einem harten Herunterfahren des öffentlichen Lebens, einem sogenannten Lockdown, nehmen zu. In vielen Kirchen sind an Heiligabend wegen der begrenzten Teilnehmerzahl mehr Gottesdienste geplant als sonst. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte vor wenigen Tagen, die Kirchen seien auf Weihnachten besser vorbereitet als im Frühjahr auf Ostern. Es gebe viele kreative Ideen, wie das Fest Corona-gerecht gefeiert werden könne.

Ralph Brinkhaus fordert Alternativen zu Gottesdiensten

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus rief die Kirchen auf, sich Alternativen zu Gottesdiensten zu überlegen. „Gegebenenfalls muss da aber auch noch auf dem Verordnungsweg nachgesteuert werden“, sagte Brinkhaus der „Rheinischen Post“ (Samstag). ZdK-Chef Sternberg hält dagegen ein Verbot religiöser Feiern für unnötig. Es sei denkbar, den Gesang dabei grundsätzlich zu untersagen: „Der Liedgesang ist schon jetzt in vielen Bistümern ausgesetzt und wäre auch als allgemeines Verbot verständlich.“

Weiter unterstrich der Laienvertreter: „Weihnachten ohne Kirchgang ist für viele kaum vorstellbar.“ Für besonders Gefährdete und die, die keinen Platz in den Gottesdiensten erhielten, werde es jedoch zur Realität. Daher setze er auf gute Einfälle: „Das Fest kann Kreativität freisetzen mit Hausgottesdiensten, Gebeten, Gesang im Freien und anderem mehr.“ Für den ZdK-Vorsitzenden bergen die Auflagen eine Chance zur Besinnung: „Vielleicht wird das Singen in seinem Wert umso deutlicher, wenn es einmal nicht sein darf“, sagte Sternberg. „Und die Botschaft von dem Herrscher der Welt, der mit seiner ärmlichen Geburt alle Maßstäbe auf den Kopf stellt – sie ist auch unter Coronabedingungen aufrüttelnd.“

Laschet Auflagen sollen mit Religionsgemeinschaften besprochen werden

NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) hatte am Freitag erklärt, eventuelle Auflagen für Gottesdienste in der Weihnachtszeit sollten auch mit den Religionsgemeinschaften besprochen werden. Der Virologe Alexander Kekule und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderten ein befristetes Gesangsverbot in den Kirchen.

Von Thomas Winkel (KNA)