Bischof Meier: Staatsregierung hat Kirchen überrumpelt

Augsburgs Bischof Bertram Meier hat die Forderung der bayerischen Staatsregierung nach einer Vorverlegung der Christmetten an Heiligabend kritisiert.
Augsburgs Bischof Bertram Meier hat die Forderung der bayerischen Staatsregierung nach einer Vorverlegung der Christmetten an Heiligabend kritisiert.

Bischof Bertram Meier (Foto: pba)

Augsburgs Bischof Bertram Meier hat die Forderung der bayerischen Staatsregierung nach einer Vorverlegung der Christmetten an Heiligabend kritisiert. „Wir wurden von der neuen Entwicklung förmlich überrumpelt“, teilte Meier am Dienstag mit. „Eine stabile Brücke zwischen Staat und Kirche, die durch Krisen trägt, stelle ich mir anders vor.“ Er bedaure „die neuen Rahmenbedingungen sehr“.

„Das Virus kennt keine Uhrzeit“

Weiter erklärte Meier: „Das Virus kennt keine Uhrzeit. Deshalb wurden in vielen, gerade kleinen Gemeinden unserer Diözese zahlreiche Gottesdienste und Christmetten hintereinander geplant, um die Besucherzahlen zu entflechten und mit dieser Entzerrung die Feiernden zu schützen.“

Gleichwohl bat der Bischof die Seelsorger und Gläubigen, „trotz des Schmerzes“ die Gottesdienste an Heiligabend so zu feiern, dass die Menschen vor 21 Uhr wieder daheim sein könnten. Die ursprünglich für 23.30 Uhr geplante Christmette im Augsburger Dom wird nun bereits um 19.00 Uhr beginnen, wie es hieß. Meier sagte: „Als Kirche(n) setzen wir damit ein Zeichen der Solidarität, weisen aber auch darauf hin, dass es eine Gesundheit der Seele gibt, für die an Weihnachten vornehmlich die Christen einen wichtigen Beitrag leisten wollen. Diese Rolle wollen wir uns auch von staatlichen Autoritäten nicht nehmen lassen.“

Im Freistaat Bayern gilt eine Ausgangssperre

Im Freistaat gilt coronabedingt von 21 bis 5 Uhr eine Ausgangssperre. Bisher hatte es geheißen, Besucher von Christmetten sollten davon ausgenommen sein. Am Montag aber forderte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU), auch Gottesdienstbesucher sollten bis 21 Uhr wieder daheim sein. Die katholische und die evangelische Kirche reagierten am Dienstag in unterschiedlicher Weise darauf.

Die sieben katholischen Diözesanbischöfe baten in einer gemeinsamen Erklärung „dringend“ darum, „dass diese schmerzhafte Entscheidung der Ausgangssperre an Heiligabend eine einzige Ausnahme erfahren kann“. Der evangelische Landeskirchenrat sprach von einem „schmerzlichen Eingriff“ und sagte alle zu später Stunde geplanten Christmetten und Vespern ab.

kna
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